... am Ende ist es immer ein Scheich

Alle PRIMANIA-Fans und Faschingsfreunde waren am Freitag, dem 10. November 2006 um 20 Uhr eingeladen, mit den Narren vom PRIMANIA Karnevalsklub Schwedt im Mehrzweckgebäude „Kosmonaut“ Fasching zu feiern.

Die Gäste erwartete ein neues Programm unter dem Motto „...am Ende ist es immer ein Scheich“. Der Faschingssaal wurde zum fröhlichen Finanzmarkt rund ums Öl und seine Folgen und aus den Elferratsmitgliedern wurden verrückte Ölscheichs, Saudis und Spaßvögel.

Auch Kapitalmarkt-Unbeleckte konnten ihren Spaß an diesem Programm haben. Es sollte aber nicht nur Öl ins Feuer gegossen werden, sondern auch bis in die Morgenstunden getanzt und gefeiert werden.

Märkische Oderzeitung - Montag, 13. November 2006

Schonungslose Kost der Scheiche

Wie war das mit der Marktwirtschaft? "Selbst der olle Trampel aus Templin hat das schon kapiert - und der ist jetzt Bundeskanzler". So raunzt Atze (Steffen Wagner) - er ist soeben in die Gewerkschaft eingetreten - seinen Bauarbeiterkollegen Manni (Ronny Kambs) an. Und ein bittersüßes Spiel nimmt seinen Lauf. Die PRIMANIA-Narren offenbaren gleich zu Beginn ihre Bühnenschau, mit der sie die fünfte Jahreszeit eröffnen: Heute wird kein Blatt vor den Mund genommen - all das selbstverständlich in gut verdaulicher karnevalistischer Reimform.

Nein, nein - Atze kennt sich aus auf dem Kapitalmarkt - das Geld bleibt nicht hier. Irgendwo in der Besitzstandsreihe taucht dann ein Cowboy aus Texas auf - wer war das gleich noch? Und am Ende? Wer ist wirklich reich? "Am Ende ist es immer ein Scheich", ruft die Narrenschar. Und schon ändert sich das Szenario. Das Publikum taucht ein in die etwas andere orientalische Welt samt Ölturm, in der sich Scheich Ali (Lothar Falkenberg) und Bruder Abdul (Axel Kuhnert) als wahre Haudegen erweisen. "Beim Trinken und beim Speisen, erzähl von deinen Reisen", wird Onkel Abdul schließlich aufgefordert. Und so beschreibt er das Land, das fortan zum Zentrum des Geschehens werden soll: "Die Düfte rein, der Himmel blank, jedoch die Menschen, die sind krank." Und Szenenwechsel: "Deutschland sucht den Supergau". Da hauen sie dann richtig auf die Pauke, wird die Narrenkappe tiefer ins Gesicht gezogen. "Faul, Durchschnittlich, Planlos wird die FDP aus der PRIMANIA-Taufe gehoben. Grundsätzlich Überbewertet, Nicht Erforderlich, so stehen die Grünen in personifizierter Unzulänglichkeit auf der Bühne. "So richtig drauf habe ich nix", erklärt Dorothea Dunst (Simone Kambs), dass es auch mit SPD und CDU nicht besser wird im Lande. Und auch die "braune Zunft" bewirbt sich um den Supergau. "Wir haben es doch schon einmal geschafft", schmettert die Stimme unter dem Stahlhelm ins Publikum. Das Lachen droht im Halse stecken zu bleiben, inhaltlich, musikalisch und mit dramaturgischer Schläue rast die Narretei seinem ersten Höhepunkt entgegen - und da lacht dann keiner mehr: "Jeder, der nicht Bildung und arbeit hat, ist ein potenzieller Frontsoldat" wird der Geschichtsvergleich schließlich auf die Spitze getrieben.

Bildergalerie