Beitrag übernommen aus der SchulTHEATERfestzeitung vom 28. Juni 2006 des 13. SchulTHEATERfestes der Uckermärkischen Bühnen Schwedt

Crazy

Foto: Udo Krause

Das beliebte Kinder- und JugendTHEATER Stolperdraht e.V. präsentierte dieses Jahr zum STF das Jugendstück „Crazy“, das die Geschichte des halbseitig gelähmten Benjamin erzählt. Dieser wird von seinen Eltern auf das Internat Neuseelen geschickt, um dort endlich die 9. Klasse zu bestehen. Dort verliebt er sich nicht nur gleich am ersten Tag in Malen, sondern muss auch feststellen, dass er sich gegenüber seinem neuen Freund Janosch ständig beweisen muss. Für alle Rückschläge, die Benjamin erleidet, gibt er seiner Behinderung die Schuld, bis er erkennt, dass er einfach nur ein Jugendlicher mit Ängsten und Wünschen ist, wie jeder andere seiner Freunde auch, ungeachtet seiner Behinderung.

Die THEATERgruppe, die sich aus Schülern der Jahrgangsstufen 9 bis 13 zusammensetzt, hat in diese Inszenierung ein halbes Jahr harte arbeit investiert. Vom Publikum des STF wurde das mit aussagen wie „das beste, was wir je von euch gesehen haben“ belohnt. Viele der Zuschauer stellten auch Vergleiche mit dem Film an, wobei das Ergebnis einstimmig war: „Uns gefiel das THEATERstück viel besser!“ Da ist es kaum zu glauben, dass die Darsteller mit sich selbst unzufrieden waren, während doch bezeugt wurde, dass man ihre Spielfreude schier spüren konnte. Denn sicher kosteten Szenen wie die, in der Benjamin sein erstes Mal erlebte, einige Überwindung und auch, das Leben eines Behinderten dem auditorium nahe zu bringen, ist nicht einfach. Daher glänzte auch wahrlich der Schauspieler des Benjamin in seiner Rolle für diese einmalige Leistung. So können wir dem Regisseur dieser THEATERtruppe, Uwe Schmiedel, getrost auf seine aussage: „Wenn ihr am Ende unserer Geschichte Benjamins Behinderung fast nicht mehr bemerkt, hat sich unsere arbeit gelohnt“ antworten: Das hat sie sich, denn die Schauspieler von Stolperdraht haben wieder einmal ihr Können unter Beweis gestellt.

Stefanie Rach