Ich knall euch ab!  

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Bildergalerie vom SchulTHEATERfest 2008 (Uckermärkische Bühnen Schwedt)


Jugendstück ab 14 Jahre

von: Felix Huby und Boris Pfeiffer ... nach dem Buch von Morton Rhue

Rechte: Gustav Kiepenheuer Bühnenvertriebs GmbH

Im Februar 2004 fand die Ringuraufführung am Volkstheater Rostock, am Kinder- und Jugendtheater vom Düsseldorfer Schauspielhaus und am Theater Junge Generation Dresden statt.

Premiere: 14. September 2007

Regie: Uwe Schmiedel (ubs.)

Darstellertraining: Alexandra Ulrich (ubs.)


Der Anlass, den Morton Rhue für sein Jugendbuch ,,Ich knall euch ab!’’ gewählt hat, ist bedrückend. Zwei Jugendliche stürmen im April 1999 schwer bewaffnet in die Columbine High School in Littelton. Sie verletzten 25 Menschen und töten 12 Schüler sowie einen Lehrer, danach erschießen sie sich selbst.

Das Buch handelt nicht nur vom Amoklauf einiger gewalttätig gewordener Jugendlicher, sondern auch von der subtilen und manifesten Gewalt, die Jugendliche durch Ausgrenzung, Abwertung und Intoleranz ausüben. Letztendlich wird auch ein Scheitern durch Mangel an Kommunikation mit Eltern, Mitschülern und Lehrkräften deutlich, sowie die fehlende Bereitschaft, offen und mit Respekt dem Gegenüber in seiner Andersartigkeit zu begegnen.

Die Geschichte ist, so sehr sie an die Bluttat von Littelton erinnert, rein fiktiv. Gerri und Ben gehören zu den Außenseitern. Von den Ton angebenden Cliquen ausgeschlossen, gedemütigt von den Footballstars und alleine gelassen von ihren Lehrern, entwickeln die beiden einen Racheplan. am Tag einer Party präparieren sie die Türen der Sporthalle mit Bomben. Sie stürmen bewaffnet hinein und nehmen die anwesenden als Geiseln. Sie feuern ziellos Schüsse ab und zertrümmern dem Footballstar der Schule die Kniescheibe. Doch die Situation beginnt zu kippen…


"In den Medien wird das Thema Amoklauf nur oberflächlich behandelt und die Hintergründe werden nicht richtig beleuchtet. Das Stück ist spielenswert auf Grund der Tatsache, dass es zeigt wie es zu so einer tragischen Tat kommen kann. Es wird zwar nur ein spezieller Fall, ein Beispiel, gezeigt, doch soll das Stück die Leute dazu bewegen aufmerksamer auf ihre Umwelt zu achten um so auf eventuelle Anzeichen reagieren zu können und dadurch sogar an sich selbst zu arbeiten."

Franz Kießling

"`Ich knall euch ab` ist kein Stück, dass zum Nachmachen anregen soll. Vielmehr können mögliche Ursachen gezeigt werden. Die Leute sollten nicht wegschauen, wenn sie verdächtige Dinge merken. In einem gewissen Maße zeigt das Stück so auch eventuelle Hintergründe für einen Amoklauf. `Ich knall euch ab`ist weder verurteilend noch verharmlosend."

Madlen Haarbach

"Das Stück soll die Menschen dazu bringen, über die möglichen Ursachen eines amoklaufes nach zu denken und nicht einfach den Täter als einzigen Schuldigen anzusehen. `Ich knall euch ab` soll, wenn auch nur anhand eines speziellen Beispiels, zeigen, wie schnell es zu einem amoklauf kommen kann und welche Faktoren mitwirken können. Die Menschen sollen aufmerksamer gegenüber ihrer Umwelt gemacht werden. Es kann auch uns passieren und nicht immer nur den anderen."

Sabrina Witt

"Das Stück hat nicht als Ziel Menschen zum Amoklauf zu animieren, sondern es soll das Gegenteil erreicht werden. Wenn man einen Amoklauf miterlebt, dann nimmt man das Geschehene anders wahr. Vielleicht schaffen wir es genau diese Gedanken und Gefühle zu vermitteln. Hinzu kommt, dass es ein sehr aktuelles Thema ist und besonders in Schulen darüber geredet wird.

Letztens wurde bei mir in der Klasse über den Amoklauf in Erfurt geredet. Es war allerdings keine Diskussion, sondern es wurde etwas nach gespielt und sich darüber lustig gemacht. Wenn solche Schüler sich das Stück ansehen und erkennen wie ernst diese Thematik ist und auch darüber nachdenken wie es wäre, wenn sie es selbst miterleben müssten, würden sie eventuell nicht mehr so darüber denken und reden.

Es soll dem Zuschauer deutlich gemacht werden wie es überhaupt zu so einem Amoklauf kommen kann. Was einen Menschen überhaupt dazu treibt und wie er sich gefühlt haben könnte. Jeder sollte selbst mehr darauf achten, wie man mit seinen Mitmenschen bzw. Schulkameraden umgeht."

Nadine Peters

"Es ist ein ernstes Thema von dem man nur aus den Medien erfährt und damit eine gewisse Distanz dazu hat. Eine Distanz, die es uns bequem macht über diese Ereignisse zu urteilen. Doch wir denken, dass es wichtig ist, die Dinge mal von einer anderen Seite auf zu rollen. Es ist für uns und auch vielleicht für die Zuschauer eine nützliche Erfahrung, um Taten dieser art sinnvoller beurteilen zu können. Wir werden mit unserem Stück sicherlich die Leute, die einen Amoklauf planen nicht aufhalten können. Es geht darum Menschen an die Ursachen und auch die Folgen einer solchen Tat heran zu führen."

Elias Ehrlich

"Ich finde es wichtig dieses Stück zu spielen, weil man mal zeigen sollte, dass die Täter nicht nur skrupellose Mörder sind, sondern es auch einen Hintergrund gibt. Diejenigen, die das Stück gesehen haben, gehen dann vielleicht mit offeneren Augen durch die Welt."

Friedrike Börninck

"Ich denke, dass man einen Menschen, der sich so unzufrieden in der Welt fühlt, dass er sich und die Personen, die sein Leben zur Hölle gemacht haben, umbringen will, wohl kaum durch ein Theaterspiel animieren bzw. umstimmen kann. Unser Stück soll jungen Menschen zeigen, dass sie nicht nur auf sich selber sondern auch auf Zeichen ihrer Mitmenschen zu achten haben. Man muss ihnen vor Augen führen, welch schlimme Auswirkungen die alltägliche Schuldemokratie haben kann. Wir versuchen, die Menschen anzusprechen, die die Möglichkeit haben, einen Amoklauf zu verhindern. Immerhin sind die meisten von uns zwar überzeugt, dass so etwas schlimm und grausam sei - doch wer rechnet denn damit, dass solch ein Fall in seiner unmittelbaren Umgebung eintrifft? Jeder einzelne sollte sich bewusst sein, dass man in unserer heutigen Gesellschaft, wo das eigene Ego allen anderen Dingen vorangestellt wird, durch eigene kleine Verhaltensänderungen schon viel erreichen kann."

Julia Zühlke


Amokläufe in Deutschland

1999: am 1. November feuert ein 16 Jahre alter Lehrling wahllos Schüsse vom Fenster des elterlichen Wohnhauses im bayrischen Bad Reichenhall. Er tötet dabei drei Passanten. Später erschießt er seine 18jährige Schwester und bringt sich selbst um.

9. November: Im sächsischen Meißen tötet ein 15jähriger Schüler seine Geschichtslehrerin mit 22 Messerstichen. Die Klassenkameraden müssen das Sterben der Lehrerin mit ansehen. Er wird wegen Mordes zu siebeneinhalb Jahren Gefängnis verurteil.

21. Dezember: In Köln stürzt ein 15jähriger in ein Klassenzimmer und schießt wortlos mit einer Gaspistole auf einen Pädagogen. Weil ihn seine Mitschüler trotz Maskierung erkannt haben, kann der Täter kurze Zeit später gefasst werden.

2000: 22. Februar: Eine 16 Jahre alte Schülerin plant einen Amoklauf in ihrer Schule im brandenburgischen Müncheberg. Sie hatte versucht, an fünf Handgranaten sowie eine automatische Waffe zu gelangen.

am 16. März tötet ein 16jähriger Schüler aus Wut über einen Verweis in einer Internatsschule im bayrischen Brannenburg den 57 Jahre alten Leiter durch eine Schusswaffe. Sich selbst schießt er in den Kopf. Er überlebt schwerst verletzt und ist seitdem ein Pflegefall.

2002: Februar: In Freising, Bayern, tötet ein 22jähriger den Direktor seiner ehemaligen Berufsschule und verletzt einen anderen Lehrer schwer. anschließend tötet er sich selbst. Zuvor hatte er bei seinem ehemaligen Arbeitgeber zwei seiner ehemaligen Kollegen erschossen.

26. April: In einem Gymnasium in Erfurt richtet ein Ex–Schüler ein Blutbad an. Schwarz vermummt und schwer bewaffnet zieht der 19jährige durch das Gebäude und erschießt 16 Menschen – acht Lehrerinnen, vier Lehrer, eine Schülerin, einen Schüler, die Sekretärin und einen Polizisten. Dann tötet er sich selbst.

2006: 20. November: Der 18jährige Bastian B. stürmt schwer bewaffnet in seine ehemalige Schule und feuert wahllos auf Lehrer und Schüler. Er verletzt 37 Menschen. als die Polizei den Täter in die Enge treibt, bringt er sich durch einen Schuss in den Mund selbst um.


Waffengesetz in Deutschland

International gesehen gehört das deutsche Waffengesetz zu einem der strengsten in Europa. Es regelt den Umgang mit Waffen (inkl. Klingenwaffen), Schusswaffen und Munition in Deutschland sowie Erwerb, Lagerung, Handel und Instandsetzung von Waffen. auch definiert es verbotene Gegenstände (z. B. Würgehölzer, Schnappmesser, Schlagringe) und verbietet deren Besitz, Inverkehrbringen etc.

Im Recht des grenzüberschreitenden Warenverkehrs gehört das Waffengesetz zu den nationalen Gesetzen, die Verbote und Beschränkungen für die Einfuhr von Waren enthalten. Die Regelungen des WaffG werden in der allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Waffengesetz (WaffVwV) näher ausgestaltet. Diese regelt insbesondere ausnahmen, Vorschriften für den Umgang mit Waffen, die Ausgestaltung von Schießstätten und ähnliches. In ihr ist auch die Abgrenzung zwischen erlaubnisfreien und erlaubnispflichtigen Schusswaffen durch unter anderem die maximale Schussenergie von 7,5 Joule definiert. Nach dem WaffG kann auch eine Spielzeugwaffe, die kleine Kunststoffkugeln verschießt, eine Schusswaffe sein.

Eine Änderung wurde unter anderem durch den Amoklauf in Erfurt beeinflusst und trat am 1. april 2003 in Kraft. Durch zusätzliche Regelungen versuchte die Politik die Verbreitung und den Missbrauch von Waffen einzuschränken. So wurde das Mindestalter zum Erwerb einer großkalibrigen Waffe mit Ausnahme von Flinten, wie sie für Wurfscheibendisziplinen benutzt werden, auf 21 Jahre angehoben und Vorderschaftrepetierflinten (sogenannte Pump-Guns) mit Pistolengriff wurden verboten.

In den USa hat jeder Bürger das Recht eine Waffe zu besitzen. Dieses Recht ist in der Verfassung aus dem Jahre 1791 verankert. Die Begründund dafür lautet: Eine wohlgeordnete Miliz sei für die Sicherheit eines freien Staates notwendig. In einem zweiten Verfassungszusatz wurde dazu unklar formuliert, welche Waffen erlaubt sind. Unter der Führung von Bill Clinton wurde 1994 ein Gesetz eingeführt, wonach Waffenkäufer sich innerhalb von 5 Tagen nach dem Erwerb überprüfen lassen müssen. Zusätzlich wurden Waffen mit einer Magazinkapazität von mehr als 10 Schuss verboten. In sieben Bundesstaaten ist der private Waffenbesitz gänzlich verboten.

anders als in Deutschland besteht für die Besitzer einer Waffe auch nicht die Pflicht die Waffen in einem Tresor oder gesicherten Waffenschrank auf zu bewahren. In Deutschland kann ein Verstoß gegen unsachgemäße aufbewahrung zum Entzug der Waffenbesitzkarte führen.