Artikel von Edda Müller über unsere Laienspielgruppe geschrieben für
den "Neuen Tag"
Unter Leitung von Herrn
Schütze, dem stellvertretenden
BGL-Vorsitzenden des BTIV, begannen vor
zwei Jahren in der Fritz-Schmenkel-0berschule 15 Schüler mit der
Laienspielarbeit, die 1967 in der Carl-Friedrich-Gauß-Schule
fortgesetzt wurde.
Schon jahrelang hatte Herr Schütze an einem Theater unserer Republik mitgearbeitet,und nun übernahm er die Verantwortungsvolle Aufgabe, uns
die wichtigsten Grundlagen des Theaterspielens zu vermitteln.
Schon immer ist es unser Ziel, durch unsere Tätigkeit die Menschen zu
erfreuen, aber auch zum Denken anzuregen. Da uns diese Aufgabe Freude
machte und wir mit Feuereifer an sie herangingen, war es nicht weiter
verwunderlich, daß sich bald gute Erfolge einstellten.
Zuerst traten wir auf Parteiversammlungen und Elternbeitatswahlen auf.
Die drei Sketche "Unheilbar", "Verkaufskultur" und "Das gleichwertige
Familienleben" wurden von unserem Publikum begeistert aufgenommen.
Natürlich waren wir damals sehr stolz, und dieser Erfolg wirkte sich
positiv auf unsere weitere Arbeit aus.
Da die Schulgruppe unser Laienspiel unterstützte, kam bald eine gute
Zusammenarbeit mit dem Prenzlauer Theater zustande. Gleichsam mit einem
Regisseur dieses Theaters, Herrn Wenzlau, studierten wir zu den
Betriebsweihnachtsfeiern das Märchen "Frau Holle" ein. Hier machte uns
das Spielen besonders Spaß, denn unsere Kleinen Zuschauer waren stets
ganz in den Bann des Stückes gezogen. Nicht immer ging alles leicht von
der Hand und oft gab es Diskussionen in unserer Gruppe.
Große Unterstützung erhalten wir auch vom BMK Schwedt, das am Ende des
Jahres 1967 einen Patenschaftsvertrag mit uns abschloß. In diesem
Vertrag verpflichten wir uns zum Beispiel zur regelmäßigen Teilnahme an
den Proben und zur kulturellen Ausgestaltung von Betriebsverarstaltungen
und Feierlichkeiten des BMK.
Der schönste Lohn für unsere Arbeit war eine Fahrt nach Berlin, wo wir
im Deutschen THEATER an einer Probe mit dem Regisseur Benno Bresson
teilnehmen durften.
Hier hatten wir Gelegenheit zu sehen, wie hart die Arbeit eines
Schauspielers ist. Manche Szenen müssen immer wieder und wieder geprobt
werden und man kann nicht, wenn etwas nicht klappt, die Flinte ins Korn
werfen. Zur Zeit studieren wir den Einakter "Der Bär" und "Der Heiratsantrag" von Tschechow und das Kriminalstück "Ihre beste Rolle"
von Lukowski ein. Das soll unser Beitrag zum bevorstehenden Pfingsttreffen
der FDJ sein. |
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