Vorgestellt:
Jugendtheater des VEB PKS
Einige
Monate ist es her, seit „Häschen Schnurks“ über die Bühne ging. Mit diesem
Stück von Harald Hauser stellte sich die Nachwuchsgruppe des Jugendtheaters
des VEB Papier- und Kartonwerke im Sommer 1981 vor. Vor wenigen Wochen
feierte das Jugendtheater des VEB PKS ein Ereignis: Geburtstag. Blenden wir
15 Jahre zurück. Theater zu machen fanden sich im September 1966 an
der Oberschule „Fritz Schmenkel“ das erste Mal Mädchen und Jungen einer
ganzen Klasse zusammen und gründeten ihr Kabarett. Premiere hatte die Gruppe
mit einem kleinen Programm vor Kollegen des VEB BMK Ost. Für die
Finanzierung sorgte die Gruppe meist selbst mit dem Geld aus Auftritten.
Nachdem
viele Schüler der Truppe in die Erweiterte Oberschule „Carl- Friedrich Gauß“
übergewechselt waren, übernahm die EOS die Patenschaft. Mit den
Stücken „Der Bär" und „Heiratsantrag" bis hin zum Weihnachtsmärchen setzten
die Schüler unter der Leitung Gerhard Schützes ihre erfolgreiche Arbeit
fort. 1970 wurde erstmalig ein Jugendstück aufgeführt. „Vorurteile“ von Hans
Wittig brachte den Darbietenden wiederum den Applaus des Publikums ein. Zu
sechs Vorstellungen kamen rund 800 Zuschauer. Für alle bisherigen Leistungen
gab es schließlich die Auszeichnung mit dem Namen „Jugendtheater der EOS“.
Einen
weiteren großen Aufschwung erlebte die Gruppe mit der Übernahme durch den
VEB PKS, wo von Stund an, auch die Proben stattfanden. Mit „Egon und das
achte Weltwunder“ wurden die Amateurschauspieler über die Grenzen des
Stadtkreises hinaus berühmt. Mit diesem Stück traten sie bei den 14.
Arbeiterfestspielen in Schwerin auf, wo sie die Goldmedaille „kassierten“
und mit der Artur-Becker-Medaille der FDJ in Bronze geehrt wurden. Ein
Patenschaftsvertrag mit dem damaligen THEATER Prenzlau trug dazu bei, das
Niveau der Vorführungen ansteigen zu lassen. Als 1978 Gerhard Schütze den
Nachwuchszirkel des Jugendtheaters übernahm, hielt Hans Heinemann als neuer
Künstlerischer Leiter die Verbindung aufrecht, eine Verbindung, die sich bis
heute bewährt hat: Drei Mitglieder des Ensembles wirkten in „Schwejk im
zweiten Weltkrieg" im Theater Schwedt mit.
Mit vielen
Einstudierungen hatte sich das Jugendtheater die Gunst des allerjüngsten
Publikums erworben: „Lu, die Königin von Lari Fari“, „Die Bremer
Stadtmusikanten“, „Schneeweißchen und Rosenrot“, „Der Wolf und die sieben
Geißlein“, „Schneewittchen und die sieben Zwerge“, diese und weitere Märchen
ließen den Kindern manchmal die Münder offen stehen. Spannende Unterhaltung
aber auch für das „ältere“ Publikum. Fünf Vorstellungen fanden für „Den
Wolken ein Stück näher“ statt. Mit dem von Hans Heinemann erarbeiteten
Programm „Das Morgen entscheidet sich. Heute“ leistete das Theater einen
Beitrag zum X. Parteitag. Als im März 1981 die Proben zu Peter-
Gratziks Stück „Umwege“ begannen, machten die „Theaterleute“ erneut von sich
reden. Allerdings nicht zum letzten Mal, wie die 20 Mitglieder des
Kollektivs und ihr Künstlerischer Leiter Hans Heinemann lächelnd
versprachen. Zum wiederholten Male wurde das Ensemble kürzlich
mit dem Ehrentitel „Hervorragendes Volkskunstkollektiv“ ausgezeichnet.

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