Schon vor 15 Jahren wurde THEATER gemacht  

Artikel der damaligen Lokalzeitung "Neuer Tag" vom 02.09.1981

Vorgestellt: Jugendtheater des VEB PKS

Einige Monate ist es her, seit „Häschen Schnurks“ über die Bühne ging. Mit diesem Stück von Harald Hauser stellte sich die Nachwuchsgruppe des Jugendtheaters des VEB Papier- und Kartonwerke im Sommer 1981 vor. Vor wenigen Wochen feierte das Jugendtheater des VEB PKS ein Ereignis: Geburtstag. Blenden wir 15 Jahre zurück. Theater zu machen fanden sich im September 1966 an der Oberschule „Fritz Schmenkel“ das erste Mal Mädchen und Jungen einer ganzen Klasse zusammen und gründeten ihr Kabarett. Premiere hatte die Gruppe mit einem kleinen Programm vor Kollegen des VEB BMK Ost. Für die Finanzierung sorgte die Gruppe meist selbst mit dem Geld aus Auftritten.

Nachdem viele Schüler der Truppe in die Erweiterte Oberschule „Carl- Friedrich Gauß“ übergewechselt waren, übernahm die EOS die Patenschaft. Mit den Stücken „Der Bär" und „Heiratsantrag" bis hin zum Weihnachtsmärchen setzten die Schüler unter der Leitung Gerhard Schützes ihre erfolgreiche Arbeit fort. 1970 wurde erstmalig ein Jugendstück aufgeführt. „Vorurteile“ von Hans Wittig brachte den Darbietenden wiederum den  Applaus des Publikums ein. Zu sechs Vorstellungen kamen rund 800 Zuschauer. Für alle bisherigen Leistungen gab es schließlich die Auszeichnung mit dem Namen „Jugendtheater der EOS“.

Einen weiteren großen Aufschwung erlebte die Gruppe mit der Übernahme durch den VEB PKS, wo von Stund an, auch die Proben stattfanden. Mit „Egon und das achte Weltwunder“ wurden die Amateurschauspieler über die Grenzen des Stadtkreises hinaus berühmt. Mit diesem Stück traten sie bei den 14. Arbeiterfestspielen in Schwerin auf, wo sie die Goldmedaille „kassierten“ und mit der Artur-Becker-Medaille der FDJ in Bronze geehrt wurden. Ein Patenschaftsvertrag mit dem damaligen THEATER Prenzlau trug dazu bei, das Niveau der Vorführungen ansteigen zu lassen. Als 1978 Gerhard Schütze den Nachwuchszirkel des Jugendtheaters übernahm, hielt Hans Heinemann als neuer Künstlerischer Leiter die Verbindung aufrecht, eine Verbindung, die sich bis heute bewährt hat: Drei Mitglieder des Ensembles wirkten in „Schwejk im zweiten Weltkrieg" im Theater Schwedt mit.

Mit vielen Einstudierungen hatte sich das Jugendtheater die Gunst des allerjüngsten Publikums erworben: „Lu, die Königin von Lari Fari“, „Die Bremer Stadtmusikanten“, „Schneeweißchen und Rosenrot“, „Der Wolf und die sieben Geißlein“, „Schneewittchen und die sieben Zwerge“, diese und weitere Märchen ließen den Kindern manchmal die Münder offen stehen. Spannende Unterhaltung aber auch für das „ältere“ Publikum. Fünf Vorstellungen fanden für „Den Wolken ein Stück näher“ statt. Mit dem von Hans Heinemann erarbeiteten Programm „Das Morgen entscheidet sich. Heute“ leistete das Theater einen Beitrag zum X. Parteitag. Als im März 1981 die Proben zu Peter- Gratziks Stück „Umwege“ begannen, machten die „Theaterleute“ erneut von sich reden. Allerdings nicht zum letzten Mal, wie die 20 Mitglieder des Kollektivs und ihr Künstlerischer Leiter Hans Heinemann lächelnd versprachen. Zum wiederholten Male wurde das Ensemble kürzlich mit dem Ehrentitel „Hervorragendes Volkskunstkollektiv“ ausgezeichnet.

 

 

 

 

 

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